Freiheit im Netz und der JMStV
Ich hab keine Ahnung, wie es euch so geht, aber ich steh auf Freiheit. Das ganze Konzept von freiem Zugang und der Selbstbestimmtheit meines Handelns ist doch sehr sexy und nur schwer wegzudenken. Mir graut es, denke ich an andere Staaten, in denen Freiheit nicht mehr ganz so wichtig genommen wird, und ganz offensichtlich bin ich nicht allein. Allerlei Regierungen monieren beim Gedanken an die Zensur in China und anderen Kandidaten. Gut so, denkt man sich. Immer drauf auf die Befangenheit, immer drauf auf alles, was der Freiheit zur Gefahr werden kann.
Auch die werten Damen und Herren unserer Regierung finden Zensur eigentlich gar nicht so pralle, so lange sie weit weg von uns passiert. Mit Zensur direkt vor unserer Nase allerdings geht man nicht so feindlich um. Und genau hier will ich heute ein bisschen Meinung machen. Letztlich nicht einmal ich allein, nein, auch ihr seid gefragt.
Immer weiter wird leider die so sehr gelobte Freiheit bedroht. Mit langsamen, leisen Schritten will man ihr, so scheint es mir zumindest, dann den Gar ausmachen. Angefangen hat das in letzter Zeit bei der Zensursula Debatte, in der, zum Schutz vor Kinderpornographie, kleine Stoppschilder den Alltag im Netz begleiten sollten. Der Aufschrei des Volkes kam allerdings laut und eindringlich, und momentan arbeitet man anscheinend schon am Aufhebungsgesetz zu diesem Gesetz, das jetzt, nach der Wahl, gar keiner mehr haben will.
Ist ja auch nicht so wichtig, da man auf andere, sanftere Weise das Stoppschild nun doch in unseren Bildschirm pressen will. Dieses mal allerdings weit umfangreicher. Jugendmedienschutz-Staatsvertrag nennt man das nun. Das Stoppschild ins Kinderzimmer sozusagen, die Gewalt und nackte Haut raus aus unserem Internet. Munter wird debatiert und diskutiert, vorgeprescht und wieder weggelaufen. Wer die Debatte noch nicht kennt, kann sich auf Netzpolitik.org ein wenig bilden.
Doch letztlich ist das Thema aktuell wie nie, und wir sollten uns nicht einlullen lassen von Dementi der Politikmachenden, die das Ganze nie so gemeint haben wollen. Keine Altershinweise auf Internetseiten mehr, alles Freiwillig und so… Ja, is klar.
Ich will freies Internet, ihr vermutlich auch. Die Politik anscheinend nur manchmal. Wir sollten ihnen zeigen, dass wir es immer wollen. In ein paar Jahren machen auch wir ja wieder das Kreuz bei der Partei unserer Wahl. Die sitzen da nur, weil wir sie lassen. Und sie zensieren lassen, das will ich nicht unbedingt. Man kann aufstehn und sich wehren. In Demos und Aktionen der Piraten vielleicht. Oder macht es dem Blogger und Webdesigner Gerrit van Aaken nach, und schreibt mal einen Brief. Oder bloggt. Nur bitte, bitte tut etwas. Macht selber Politik.
(News) Command and Conquer Teile kostenlos, NES bei eBay, WoW in China und die Zensur
Juhu! Retrofieber! Im Zuge der bevorstehenden Veröffentlichung von C&C 4 sind 3 alte Command and Conquer Teile kostenlos verfügbar.
Damit kann sich jeder nochmal in vergangene Abenteuer rund um NOD, Tiberium und Sowjets stürzen. Ich persönlich finde das einen wirklich netten Zug, den gerne mehr Publisher unternehmen könnten. Die C&C Titel sind ja längst nicht die Einzigen mit vielen Jahren auf dem Buckel. Aber bis dahin viel Spaß beim kostenfreien Spielvergnügen. Bekommen könnt ihr es hier
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Wie auf Kotaku zu lesen ist, hat eBay manchmal doch echte Überraschungen zu bieten. So hat eine Mutter eine NES mit ein paar Spielen für 10 Dollar eingestellt und der Hammer fiel bei letztendlich 13.000 Dollar.
Das ist doch eine nette Überraschung, wenn man fest stellt, dass das seit Jahren im Schrank modernde Spielepaket des Sprosses ein höchst seltenes Stadium Events in Originalverpackung enthält, für das Liebhaber und Sammler schon mal etwas tiefer in die Tasche greifen.
Fände ich auch mal nett, so unverhofft an so viel Geld zu kommen. Irgendwie eine krasse Geschichte. Da denkt man beim Ausmisten daran noch ein bisschen Geld zu verdienen und dann sowas.
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China kontrolliert sehr gerne. Das Internet, die Spiele und am besten auch noch die Meinungen der Bürger. Nebenbei hat China aber auch jede Menge WoW Abos am laufen. 4 Millionen um genau zu sein. Doch leider spielen die immernoch Classic WoW, da beide Addons die Partei nicht überzeugen konnten, und Spiele aus dem Ausland dürfen ohne Parteisegen leider nicht verkauft werden.
Jetzt ist es aber zumindest erlaubt Burning Crusade zu spielen. Eine gefühlte Ewigkeit nach Erscheinen kommen also auch chinesische Spieler in den Genuss auf Level 70 Gold zu farmen. Sollte mit den ganzen Dailys auch irgendwie schneller gehen dann.
Im Prinzip ist mir das alles ja aber ziemlich egal, wäre da nicht der ständige Zwang deutscher Politiker, in irgendeiner Form im Internet zu wildern und munter Stopschilder aufzustellen. Fängt man da einmal damit an ist es eben leider kein weiter Weg mehr zur Great Firewall of Germany, und wo man sich über chinesische Zensur öffentlich beschwert und dann selbst ein solches System zu den Providern stellt, läuft irgendetwas schief. Wie schief, das macht Frankreich gerade deutlich. Ich bin gespannt, wann von dort die ersten Listen leaken, auf denen dann steht, wie wenig von der eigentlichen Sperrintention KiPo noch übrig geblieben sein wird.
(News) Alien versus Predator Zensur, Brave Arms auf Facebook
Der deutsche Jugendschutz trägt wieder einmal Früchte, so ist zum momentanen Zeitpunkt fraglich, ob Alien vs Predator in Deutschland überhaupt aktiviert werden kann.
Zum Schutz der lieben Kleinen, darf es es ja nicht verkauft werden, doch ein Mitarbeiter hatte verlauten lassen, dass auch Importversionen sich bei Steam nicht aktivieren lassen würden. Ein anderer hatte das dann schnell wieder dementiert, weswegen jetzt ziemlich unklar ist, ob es denn geht oder nicht. Danke, Jugendschutz, danke. Jetzt darf man nichtmal mehr als Erwachsener zocken, was man will.
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Facebookgames und ich werden wohl keine Freunde mehr, aber die News werden nicht weniger. Heute: Facebook wird seinen ersten Shooter bekommen.
Mit Brave Arms, das im März das Licht der Welt erblicken soll, wird Facebook um einen Shooter, der ein wenig an Team Fortress erinnert, reicher. Sicherlich ein interessanter Schritt und es ist wirklich nur noch eine Frage der Zeit, bis Mafia Wars und Co von bekannten Franchises abgelöst werden. Der Markt, der hinter Facebook steckt ist einfach gewaltig.
Ab 18 und die Altersfreigaben
Nachdem ich hier hier schon einmal berichtet habe, wie in Australien mit Altersfreigaben umgegangen wird, habe ich in den letzten Tagen mit viel Interesse hier auf Joystiq eine Umfrage von Activision entdeckt.
Daraus geht hervor, dass anscheinend 82% der Eltern spielender Kinder genau wissen, was die Altersempfehlungen bedeuten und sogar 70% der Eltern sehr darauf achten. Für ihre Kinder und sich selbst.
Da die meisten Eltern über 18 sein werden ist das Aufpassen auf sich selber wohl eher unnötig, aber dass so viele Kinder derart behütet werden kann ich mir schwer vorstellen. Natürlich heißt darauf achten nicht danach handeln, aber trotzdem. Ich denke, dass eine ähnliche Umfrage in Deutschland ähnlich ausfallen würde und letztlich genauso wenig aussagen könnte.
Der Punkt ist nämlich folgender: Alle Spieler, die ich kenne und kannte, die ein bestimmtes Spiel wollten, haben es auch bekommen. Altersfreigabe hin oder her. Da interessiert es auch nicht im Geringsten, wenn die Eltern “Abenteuer auf dem Ponyhof” zu Weihnachten schenken, während der
Spross munter Shooter spielt.
Ich habe nichts gegen Shooter. Im Gegenteil, ich bin selber irgendwie Killerspielspieler, aber ich habe etwas dagegen, wenn sich Politik und Eltern hinter irgendwelchen Kennzeichnungen verstecken ohne Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung heißt nämlich nicht irgendein Spiel zu verbieten, sondern mit den Kindern zusammen darüber zu reden, zu schauen, was die Kinder tun am PC und dann auch offen sein für eine neue Technik. Und dabei helfen Umfragen wenig bis gar nicht.
Viel zu oft sind PC Spiele per se böse und schlecht für die Jugend. Dass trotzdem gespielt wird im heimischen Kinderzimmer wird dann einfach ausgeblendet. Und natürlich sind auch Kennzeichnungen und Empfehlungen wichtig, aber bitte geht doch verantwortungsvoll damit um.
Nicht die Alterseinstufung sollte beim Spielekauf hohe Beachtung finden, sondern das eigene Kind. Und das tut es meiner Erfahrung nach viel zu selten.
Hier zum Schluss noch ein Trailer, der die Existenz einer hohen Alterseinstufung durchaus gerechtfertigt. Und vielleicht auch ein bisschen Australiens Spielepolitik… naja nein. Zensur ist immer schlecht. Viel Spaß:
Zensursula mal anders
Was bei uns versucht wird, wird woanders auf der Welt durchaus erfolgreich ausgeführt.
Dass China nicht gerade ein Paradies des freien Internets ist, dürfte jedem klar sein, spätestens seit iPhones dort ohne W-Lan geliefert werden. W-Lan lässt sich ja auch so schlecht mitlesen. Doofe Technik!
Naja egal, auf jeden Fall hat China jetzt einen Plan, das Image vom schwarzen Zugangserschwerer, hin zum weißen Retter des Internets zu vollziehen: “No Porn”
Keine nackte Haut im chinesischen Internet mehr. Um genau zu sein, im ganzen Internet, oder wenigstens in dem, auf das aus China zugegriffen wird.
Umgesetzt werden soll der geniale Plan durch eine Whitelist bei den chinesischen ISPs. Während Inlandfirmen sowieso nicht wirklich entscheiden dürfen, was ins Netz kommt, sollen sich jetzt auch alle ausländischen Firmen in China anmelden müssen, um dann auf Gesetzestauglichkeit geprüft zu werden.
Und wo man gerade dabei ist den ganzen üblen Porn zu filtern, kann man sicher auch gleich alle Kritik an der Regierung und sonstige unnötige Kommunikation gleich mitfiltern.
Das ist dann Zensur, die den Namen auch verdient hat. Furchtbar! Eine moderne Gesellschaft sollte als Grundpfeiler jeder Staatenbildung in der Lage sein, auf freies Internet und freien Journalismus zuzugreifen. Da hat kein Diktator oder sonstwas mitzureden. Wirklich schlimm.
via slashdot
Newsflash
Los geht es mit der fröhlich, friedlichen Weihnachtszeit.
Neben dem Appventcalendar, wirft auch Apple selbst ab dem 26. Dezember Ware unters Volk.
Dass ihr davon nichts verpasst, gibt es eine eigens dafür zuständige App, die euch für jedes der 12 Häppchen, die Apple bereit stellt, eine Pushnotification senden wird. Ihr findet sie im Appstore unter “12 Tage Geschenke”
Weiterhin stehen diverse Weihnachtsupdates bereit: Über Minigore in seiner aktuellen Version mit Weihnachtsmann habe ich bereits berichtet, jetzt steht auch Doodle Jump in einer Weihnachtsversion zum Update bereit. Ihr könnt das Weihnachtsgrafikset durch einen simplen Schalter anschalten.
Sieht herrlich aus und ist für jeden ein Pflichtkauf bzw. Download.
Das mit dem Update könnte allerdings schwierig werden, da momentan die Updatefunktion im Appstore hin und wieder zu streiken scheint. Dies hat von “Das Update läd später” bis zu “Das Update läd gar nicht” eine weite Bandbreite an Beeinträchtgungen zur Folge. Nach vielen Versuchen geht es dann aber meist doch.
Letztlich ist dann auch Alien verus Predator von SEGA in Austalien, nach einigem Hin und Her (ich berichtete), doch unzensiert im Verkauf gelandet. Ein Sieg über die Spielezensur.
Leider nur ein kleiner Sieg, wo das Klima jetzt doch noch den Bach runter gehen wird, aber das ist wiedermal ein ganz anderes Thema.
via Fscklog and Slashdot Games
Gemetzel, Geschnetzel und sonstiger Metzgerkram
Wie vielleicht einige von euch mitbekommen haben, darf das Spiel Alien vs Predator in Australien nicht verkauft werden. Zu blutig. Das liegt daran, dass in Australien die maximale Alterseinstufung 15+ ist, und es natürlich durchaus sein kann, dass ein Spiel mit einem gewissen Grad an Gewalt für ein Publikum ab 16 nicht geeignet ist.
Jetzt weigert sich der Entwickler den Gewaltgrad für den australischen Markt anzupassen, und das wie ich finde völlig zu Recht.
Es kann doch nicht sein, dass der Konsument bevormundet wird, weil eine Regierung es nicht hinbekommt gescheite Alterseinstufungen zu machen.
Alterseinstufungen sind ohne Frage wichtig, denn Spiele sind Kunst, und diese Kunst sollte nicht verändert werden, nur weil man sie nicht dem richtigen Publikum zur Verfügung stellen darf. Und 15+ ist nunmal keine sehr genaue Einstufung.
Man kann natürlich argumentieren, warum ein Spiel so voller Blut und sonstigen Körperteilen sein muss, wenn es doch auch ohne ginge.
Ich lese aber in letzter Zeit wieder vermehrt Bücher, so richtige aus toten Bäumen, und was in denen manchmal abgeht, dagegen sind viele Games mit ihren Aliens und Monstern, die zerstückelt werden der reinste Kindergarten.
Da wartet aber niemand in seinem Kämmerchen, nur um dann bei Erscheinen rauszuhüpfen und Zensur zu rufen.
Für mich völlig unverständlich, warum bei Spielen da so ein Zirkus drum gemacht wird. Zumal der die Verkaufszahlen ja eher noch fördert, oder zumindest nicht verringern wird.
Oder denkt jemand, dass sich Modern Warfare 2 aufgrund der nervig lange diskutierten Flughafenmission, schlechter verkauft hat? Ich denke nicht, oder?
Man sollte natürlich diskutieren, ob gewisse Gewaltdarstellungen nötig sind, oder eben nicht, aber ich finde, dass Konsumenten ab einem gewissen Alter durchaus selbst in der Lage sein sollten zu entscheiden, was sie sich und ihrem zarten Gemüt zumuten können.
Im Kino läuft doch auch so Kram wie Saw.
via arstechnica


