CSU gehts noch?

Laut der CSU sollen anscheinend Killerspiele und Pornos im Internet mit daran Schuld sein, dass es zu den sexuellen Übergriffen auf der Freizeit auf Ameland gekommen sein soll.

Viel mehr als “Gehts noch?” fällt mir dazu gerade allerdings nicht ein. Das Problem waren hier ganz klar Erziehung und vielleicht auch ein Versagen der Betreuer, ich kann mir hier und vor allem will mir hier kein Urteil bilden, inwiefern die Betreuer falsch gehandelt haben oder nicht. Ich bin selber Mitarbeiter bei Sommerfreizeiten und kann mir nicht vorstellen, dass so etwas bei uns jemals auch nur im Ansatz passieren könnte. Ich will mir auch gar nicht ausmale, wie schockierend es sein muss für Eltern, Betreuer und die Kinder selber, dass so etwas passieren kann.

Unsere eigene Sommerfreizeit beginnt in 2 Wochen und wir stecken jede Menge Zeit und Energie in die Vorbereitung dieser Freizeit. Wir werden geschult und vorbereitet. So wie es sein sollte. Ich verstehe trotzdem alle Eltern, die jetzt mehrmals überlegen, ob sie ihr Kind in 2 Wochen uns anvertrauen oder nicht, und ich bin gerne bereit dort auch Gespräche mit den Eltern zu führen. Ja, ich spiele Shooter, ja, ich werde abends nachdem die Kinder zu Hause sind und wir alles geputzt und aufgeräumt, sowei für den nächsten Tag vorbereitet haben auch ein paar Zombies in Left 4 Dead mit Blei durchlöchern, aber deshalb bin ich noch lange nicht unfähig so eine Freizeit zu leiten. Und auch wenn Kinder solche Spiele spielen sollten, mein Gott wie weit muss man gedanklich gehen, um so etwas als Grund für eine Vergewaltigung hinzustellen. Ein paar Computerspiele? Hauptsache wieder Internetzensur pushen. Natürlich muss geschaut werden, was auf Ameland schief lief, aber jetzt wieder Computerspiele für so etwas verantwortlich zu machen ist einfach nur falsch. Ernsthaft. Gehts noch?

Damit werden jetzt unzählige Stunden ehrenamtliches Engagement, von vermutlich unzähligen “Killerspielspielern” einfach nur durch den verdammten Dreck gezogen. Die besten Freizeitmitarbeiter, die ich kenne, spielen abends gerne mal ein Ründchen Counterstrike. Und nicht nur das Engagement der Mitarbeiter, nein, auch das Leid der Opfer wird einfach nur benutzt um irgendwelche Politik durchzusetzen. Da darf ich mich mal wieder fremdschämen ohne Ende. Nur weil Eltern nicht fähig sind nachzuschauen, was ihre Kinder in ihrer Freizeit so im Internet treiben, oder weil es sie vielleicht schlicht nicht interessiert, darf das kein Grund sein wieder nach Zensur zu schreien und schnell ein paar Einsen und Nullen die Schuld zuzuschieben. Unglaublich sowas, wirklich.


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