Starcraft Wettskandale

Schon wieder Südkorea heute. Langweilig? Nein, denn heute geht es um ein ganz anderes Thema. Skandal quasi. In Starcraftspielen sollen Manipulationen stattgefunden haben um bei Spielewetten zu betrügen.

Um zu verstehen, warum es überhaupt so etwas, wie einen Wettskandal bei Computerspielen geben kann, muss man sich klar darüber werden, dass in Südkorea Starcraft im Nationalfernsehen übertragen wird. Das volle Programm, mit irren Fans und umjubelten Stars. Der ganz normale Fußballwahnsinn, an den man sich hierzulande schon lange gewöhnt hat. Und irgendwie ist das auch der Grund, warum mich die News nicht schockt, sondern eher ein wenig erleichtert.

Hierzulande ist der E-Sport noch in den Kinderschuhen, wenn er die überhaupt schon angezogen hat. Er wird belächelt und als realitätsfremd an den Rand der Gesellschaft geschoben und nur hier und da mal hervorgezogen, wenn man gerade nach einem Schuldigen sucht. Dazu eignet sich E-Sport in Deutschland wunderbar, den Schuldigen spielen, das kann er. Dann kann man großspurig Turniere verbieten und vor der Presse verkünden, wie toll man doch die Jugend schützt. Dass bei Fußballspielen irre Hooligans aufeinander einprügeln wird da einfach mal vergessen. Man kann ja Fußball nicht verbieten.

Nun neigen aber viele Spieler dann auch dazu, zu idealisieren, den eigenen, von allen belächelten Sport ins helle Licht der Unschuld rücken. Und das geht mir genauso gegen den Strich, wie die dauernde Verdammung meiner Freizeitbeschäftigung.

Was das nun alles mit dem Wettskandal zu tun hat? Ganz einfach: Computerspieler sind die gleichen egozentrischen, geldgeilen und gewissenlosen Kreaturen, wie wir sie als Politiker und Leistungssportler, Manager und Arbeitnehmer schon lange in unserer Gesellschaft akzeptieren. Ich will die Welt nicht verbessern, ich will nur für etwas Akzeptanz werben. Akzeptanz auf der Seite der Öffentlichkeit, und Offenheit auf Seiten der Spieler, dass auch hier einiges schief läuft. Geld wird unterschlagen und ergaunert, ob in der virtuellen oder echten Welt spielt keine Rolle und wenn jeder seinen Sport oder seine Freizeitbeschäftigung als das sehen würde, was sie eigentlich sein sollte, ein wenig Spaß und Zerstreuung nämlich, dann wären wir dem Weltfrieden vielleicht schon einen kleinen Schritt näher.

Ich werde Menschen, die auf Sport oder Spiele wetten, oder damit Millionen scheffeln einfach nie verstehen. Ich spiele, weil es mir Spaß macht. Fußball oder einen Shooter ist doch beides ganz nett, solange man es nicht übertreibt. Ist das so abwegig?


Ähnliche Beiträge:

  1. Südkorea will Spielsucht bekämpfen

Kommentare