Ebay und Spiele

Wenn man mal wieder tolle Geschenke von tollen Verwandten bekommen hat, die man leider gerade gar nicht brauchen kann, oder wenn man die Jugendsünde Sammelkarten loswerden will, dann ist eBay super. Weil irgendwo da drausen gibt es jemanden, der sich sicher über einen Pürierstab oder ein paar Stricksocken freut. Wobei Stricksocken eigentlich ja wirklich toll sind. Egal.

Das alles sind noch sehr materielle Dinge, so zum wirklich Anfassen und so. Weniger ist dem dann schon so bei Spielen, die man als digitalen Download erstanden hat. Aber auch damit kann man zu eBay marschieren. Dass es sich nur um Nullen und Einsen handelt, hat einen findigen Spieler mal gar nicht daran gehindert seine Steamsammlung bei eBay zu verticken. 139 Games hatten sich nach eigenen Angaben angesammelt und mit denen ein Wert von über 2000 Dollar. Loswerden wollte er es für irgendwas über 500. Ist dann doch ein bisschen mehr geworden. Aber um die Geldmenge soll’s hier gar nicht gehen.

Mir stellt sich dann eher die Frage, warum man sowas tut. Seine ganzen, noch nichtmal wirklich alten, Games verkaufen?

Er tat es aus der guten Absicht der Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen heraus und wollte wohl wieder mehr Zeit mit der Familie verbringen und der massiven Zeitvernichtung Herr werden. Ob das so funktioniert steht auf einem anderen Blatt, ich glaube ja nicht dran. Genauso wenig, wie es hilft den MMO Account zu verkaufen.

Nur hier bei verkauften MMO Accounts sind wir dann nun bei einer anderen Seite von eBay und Spielen angekommen: Dem Item oder Acc Verkauf eben nicht um nicht mehr zu spielen, sondern rein zum Geld verdienen.

Ich denke jeder kennt die Goldfarmer aus China und die massiven, nervigen Angebote, dass irgendwer deinen Charakter für dich levelt. Ich finde das gelinde gesagt ziemlich zum kotzen und der verkaufte Steamaccount, obwohl er gar nichts mit der Sache zu tun hat, hat mir das wieder in Erinnerung gerufen.

Erst einmal geht es auf die Nerven von irgendwelchen seltsamen Menschen angeschrieben zu werden, die einem dann irgendwelchen Kram verkaufen wollen. Spam im Postfach regt schon auf, aber beim Zocken? Ich spiele, weil ich selber spielen will, nicht dass andere das für mich machen. Und vor allem Spiel ich aus Spaß.

Wenn ich das dann aber laut mitteile, dann kommt immer das Argument, dass Leute mit wenig Zeit doch so ganz toll auch an tolle Ausrüstung kämen. Und dann nur so Spaß hätten. Ja, ganz toll, aber warum brauchen die die dann? Die haben doch eh keine Zeit und ein Spiel, das nur Spaß macht, wenn man in dicker Rüstung posen kann, ist doch kein gutes Spiel, oder?

Dazu kommt, dass es in jedem Spiel den Tauschhandel zwischen den Spielern ruiniert. Alle Onlinespiele mit Waren oder Items haben doch ein gewisses Ingamewirtschaftssystem. Wenn da jetzt aber der kleine Paul mit 10000 Gold ankommt, die er mal eben für 15 Euro geshopt hat, dann hilft das dem Spiel nicht wirklich.

Aber nicht nur die Bucht ist schuld an meinem Unmut. Genauso nervig finde ich Itemshops der Entwickler. Das ist doch nur unnötiges Bereichern auf Kosten des Spielspaßes. Ich finde das schade. Meiner Meinung nach sollte jedes Onlinespiel eine in sich geschlossene Welt sein, in der echte Euros nichts verloren haben. Wer weniger Zeit hat, sollte vom Spieldesign her die Möglichkeit bekommen alles zu sehen und die mit viel Zeit eben die Möglichkeit auch schwereren Content zu haben.
Geld sollte da keine Rolle spielen.

Natürlich ist es bei den meisten Spielen verboten mit Ingamezeug zu handeln. Aber man tut es trotzdem. Ich finde das nervig, weil so ein Teil der Faszination des Spiels verloren geht. Lieber mal weniger sehen und selber gespielt haben, als so im Spiel herumzupfuschen. Ich hoffe, dass ich da nicht alleine dastehe, oder findet hier wer ein paar tausend gekaufte Währungseinheiten schaden doch keinem? Braucht man das seltene rosa Reittier wirklich so dringend?


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